> zur Flash-Version

Versiegelung von Zähnen

Jeder natürliche Zahn ist den unterschiedlichen Bedingungen der Mundhöhle ausgesetzt: dies sind vorwiegend Säureangriffe durch Obstsäfte, Yoghurt, Milchprodukte sowie der Kontakt mit Zucker. Bei der Nahrungsaufnahme bleibt an den Zähnen ein klebriger, weißlich-grauer Belag haften (besonders beim Verzehr von zuckerhaltigen und stärkehaltigen Speisen). Wenn dieser Belag nicht regelmäßig entfernt wird, entsteht eine dicke, bakterienhaltige Schicht, die wir Plaque nennen.

Der sichtbare Teil eines Backenzahnes besteht aus „Bergen und Tälern“, auch als Höcker, Fissuren und Grübchen bezeichnet. Gerade diese Grübchen und Fissuren bilden sehr gute „Nistmöglichkeiten“ für die Plaque, weil sie Schlupfwinkel für Bakterien darstellen. Die Architektur dieser Fissuren ist oftmals so gestaltet, dass nicht einmal eine einzelne Borste einer Zahnbürste für eine ausreichende Reinigung sorgen kann.

Die Bakterien produzieren Säuren, die wiederum lösliche Kristalle im Zahnschmelz angreifen und den Zahn langsam zerstören. Zuerst entsteht eine sog. Entkalkung, die in den ersten Anfängen mittels gezielten Fluoridierung noch gestoppt werden kann, sofern sie rechtzeitig entdeckt wird. Ist die Zahnsubstanz jedoch tiefer geschädigt, so deutet sich dies durch eine dunkle, bräunliche bis schwärzliche Verfärbung an - in der Regel hat sich dann Karies gebildet.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Kariesprophylaxe durch Zahnversiegelung:
1. Ab dem 6. Lebensjahr “ brechen“ die bleibenden Backenzähne durch. Diese sollten spätestens nach 6 Monaten versiegelt werden. Hierbei wird die Zahnoberfläche lediglich aufgerauht und anschließend mit einem dünnfließenden Lack überzogen.
2. Hat sich bereits eine Fissurenkaries etabliert, so muss mit einem feinen Diamanten diese “Rinne“ erweitert werden, um die Karies zu entfernen. Der weitere Behandlungsablauf entspricht dann dem unter 1. beschriebenen Verlauf. Durch Abnutzung der aufgebrachten Schicht ( beim Kauen ) kann eine wiederholte Erneuerung notwendig werden. Die Versiegelung führt zu einer Einebnung des „Berg-Tal-Reliefs“ und zu einem speichel- und bakteriendichten Verschluss der Zähne. Langzeitstudien weisen nach, dass nach 15 Jahren die Zähne bei versiegelten Fissuren zu 74% kariesfrei waren (ohne Versiegelung nur 17%). Die neuen Zähne unserer Kinder haben eine gute Chance, ein Leben lang ohne Füllung zu überstehen, wenn folgende Punkte beachtet werden: Regelmäßige Zahnpflege, eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt und 3-4 mal Prophylaxe pro Jahr.