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Was versteht man unter einer Wurzelkanalbehandlung?

Eine Wurzelkanalbehandlung  (WBH) ist immer dann notwendig, wenn der sog. Nerv (medizinisch = die "Pulpa") im Zahn durch Vorschädigungen so entzündet ist, dass nur noch eine Entfernung des Nervs eine Erhaltung des Zahns ermöglichen kann. Bei diesen Vorschädigungen handelt es sich meistens um Karies. Da bereits bei kleinsten kariösen Löchern schon Bakterien bis zum Nerv vordringen, kommt es dort zu einer chronischen Infektion, die jedoch oft jahre- und jahrzehntelang für den Patienten völlig symptomlos ist. Manchmal kann der Nerv auch völlig - ohne Beschwerden zu verursachen - absterben, was dann meist zu einer Entzündung der Wurzelspitze des umgebenden Knochen führt und manchmal dem Patienten erst durch die Begleitschwellung ("dicke Backe") auffällt. Für die Erfolgsprognose ist es günstiger, wenn der Nerv noch nicht vollständig abgestorben ist (sog. Vitalextirpation). Je nach Zahn sind anatomisch individuell 1- 4 Wurzelkanäle vorhanden.

Ablauf der Behandlung

Bei einer WBH geht es darum, die im Zahn vorhandenen Bakterien zu eliminieren und die oft stark gebogenen oder nahezu vollständig verkalkten Kanäle so zu bearbeiten, dass es möglich wird, nach der gründlichen Säuberung einen bakteriendichten Verschluss (Wurzelfüllung) einzubringen. Nur dadurch kann auch eine im Knochen schon vorhandene Entzündung wieder ausheilen. Um die Bakterien im Zahn zu beseitigen kann es notwendig sein, mehrfach und über längere Zeiträume (mehrmals ca. 1- 6 Wochen !) ein desinfizierendes Medikament einzulegen, bevor die endgültige Wurzelfüllung erfolgen kann. Die Reinigung der Kanäle wird u.U. durch eine Spülung mit einem Ultraschallgerät o.ä. stark unterstützt.

Die Behandlung der Kanäle bis kurz vor die Wurzelspitze (leider nicht immer möglich) erbringt die besten Langzeitresultate, so dass eine Röntgenaufnahme zur Bestimmung der präzisen Wurzellänge notwendig ist. Ebenso muss noch nach erfolgter Wurzelfüllung eine Kontrollaufnahme erfolgen;  es sind also mindestens 2 bis 3 Röntgenbilder notwendig.

Häufig benötigen die oft stark zerstörten Zähne nach erfolgreich abgeschlossener WBH zur Stabilisierung eine Überkronung mit einem Stiftaufbau.

Komplikationen

Sollten Sie zur Zeit eine medikamentöse Einlage in Ihrem Zahn haben kann es manchmal auch vor dem nächsten vereinbarten Termin bei Ihnen zu Beschwerden kommen (Zunahme der Aufbissempfindlichkeit, Schwellung). In diesem Fall sollte evtl. der Zahn noch einmal zusätzlich gespült werden. Rufen Sie uns dann bitte zur Vereinbarung eines Termins an. Leichte Beschwerden nach Einleitung einer WBH bis zu etwa 3 Tagen sind jedoch normal und unbedenklich.

Leider ist es nicht immer möglich jeden Kanal exakt abzufüllen. Z.B. können Kanäle verkalkt oder stark gebogen sein, bzw. alte, bereits vorhandene Wurzelfüllungen oder abgebrochene Instrumente den Kanal verschließen, und dergleichen mehr. Jede eingeleitete WBH ist also immer nur ein Versuch zur Zahnerhaltung. Auch kann es nach abgeschlossener WBH noch zu einer Entzündung an der Wurzelspitze kommen, da u.U. die verbliebenen Restbakterien von Ihrem Immunsystem nicht vollständig unter Kontrolle gebracht werden konnten. Diese Entzündung kann dann oft durch eine chirurgische Entfernung der Wurzelspitze (sog. Wurzelspitzenresektion) beseitigt werden.

Trotzdem sind die Erhaltungschancen sehr hoch und der Zahnerhaltungsversuch lohnt sich eigentlich immer.

Im Sinne der Philosophie unserer Praxis sichern wir Ihnen gerne zu, dass wir uns für die Erhaltung Ihrer Zähne mit unserem ganzen Wissen und Können einsetzen werden.