Notwendigkeit der Speicheluntersuchung
Zu dem diagnostischen und therapeutischen Präventivbemühen unserer Praxis gehört die Ermittlung derjenigen Patienten, die besonders anfällig für Karies und Zahnbetterkrankungen sind. (siehe Info „Notwendigkeit des mikrobiologischen Tests“)
Wir sind heute in der Lage mit Hilfe von vier praxisnahen Testmethoden festzustellen, ob unsere Patienten, egal welchen Alters, sog. „Risikopatienten“ sind. So entsteht z.B. Karies dann, wenn die Säuren von Bakterien Gelegenheit bekommen, die äußere Zahnschicht zu durchdringen. Zur Entstehung von Karies können sehr viele Faktoren beitragen. Zu den wichtigsten zählt das Vorhandensein bestimmter Bakterien, (Streptococcus mutans, Lactobazillen u.a.), sowie die Qualität und die Menge des Speichels. Eine wesentliche Rolle bei den Prophylaxe-Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Karies, spielt der Speichelfluss (Sekretionsrate) und seine Fähigkeit, die gebildeten Säuren von den Zähnen abzupuffern, bzw. zu neutralisieren.
Da die kariesverursachenden Bakterien leicht übertragbar sind (durch Trinken aus demselben Glas , durch Küssen), kann sich dadurch auch die Besiedlung unserer Mundhöhle ständig verändern. Durch eine einfache Speicheluntersuchung kann nun der Bakterienbesiedelungsgrad festgestellt werden und eine Entscheidung über Gegenmaßnahmen getroffen werden. Die Untersuchung der abgegebenen Speichelprobe auf die Anzahl der „Streptococcus mutans“ Bakterien gibt uns Auskunft über das zur Zeit vorhandene Kariesrisiko. An dem Fortschreiten der kariösen Veränderungen sind die „Lactobazillen“ wesentlich und entscheidend beteiligt; ihre Anzahl gibt uns über den Kohlehydratgehalt der Nahrung und den individuellen Zuckerkonsum Auskunft.
Da der Speichel eine natürliche Schutzfunktion hat, ist es sehr wichtig zu wissen, ob auch eine ausreichende Speichelmenge vorhanden ist, denn der Speichel hat eine Spülfunktion (Verdünnungseffekt bei Zuckeraufnahme) und spielt eine große Rolle bei der Remineralisation der Zahnoberflächen. Zum Schutz der Zahnhartsubstanz gegen Säureangriffe enthält der Speichel mehrere Puffersysteme. Durch die Bestimmung der Pufferkapazität können wir das Antwortpotential des oralen Biotops auf die Säureangriffe bestimmen.
Haben wir erst einmal die Menge der oben genannten Bakterien, die Speichelfließrate und die Pufferkapazität bestimmt, dann können wir Ihnen, falls Sie einem hohen Kariesrisiko ausgesetzt sind, vorbeugende Behandlungen anbieten.
Mit dieser kurzen Information möchten wir gerne Ihren Kenntnisstand in der Zahnmedizin erweitern, bzw. Ihnen wichtige Basiskenntnisse vermitteln. Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns.
Ihr Team der Praxis Dr. Sörgel
