> zur Flash-Version

Prothetik

Im Wörterbuch der Zahnmedizin ist der Begriff Prothetik wie folgt definiert:
Die Kunst des Ersatzes verlorener Gliedmaßen, speziell der Zähne. Herstellen und Einfügen von Zahnersatz zur Wiedererlangung ungestörter Kaufunktion sowie Ästhetik und Phonetik, wie Kronen, Brücken, festsitzender, herausnehmbarer und kombinierter Zahnersatz.

Diese Definition beinhaltet bei genauer Betrachtung einen gewaltigen Anspruch, der nicht in jedem Fall zu erreichen ist, wenn man bedenkt, dass es sich - gemäß der Definition des Wortes - eben um einen Ersatz handelt und nicht um das Original.

Die Kunst besteht also darin, dem Original so nahe wie möglich zu kommen.

Karies kann - bis zu einem gewissen Ausmaß - mit Füllungen versorgt werden.

Sind die entstandenen Hartsubstanz-Defekte zu groß für eine Restauration mit konventionellen Füllungen (sog. Inlays oder Onlays), dann muss entsprechend mehr Zahnsubstanz wegpräpariert werden, um wieder die nötige Stabilität zu erzielen.

Man spricht dann von Teil- und Vollkronen (Jacketkronen, Metallkeramikkronen etc), die zwar nach der zahnmedizinischen Leistungsdefinition immer noch zu den zahnerhaltenden Leistungen zählen, aber von den meisten deutschen Versicherungen eigenartigerweise dem sog. Zahnersatz zugeteilt werden, obwohl kein Zahn fehlt und auch kein Zahn ersetzt wird.

Die großflächigen alten Amalgamfüllungen dieser Patientin (siehe Flasch-Version) hatten massive Randspalten mit bereits deutlicher Sekundärkaries, was eine zwingende Erneuerung nötig machte.

Auch die seit 14 Jahren mit alten Keramikkronen versorgten vorderen zwei Zähne waren wegen der überstehenden Kronenränder inzwischen als insuffizient anzusehen und ein Auswechseln war zahnmedizinisch zwingend notwendig, bzw. entsprechend indiziert.

Durch die neue Versorgung mit einzelnen Metallkeramikkronen war wieder ein funktionell und ästhetisch zufrieden stellendes Ergebnis zu erzielen.

Die neuen, zu ersetzenden Zähne müssen i.d. Regel - gemäß dem Alter und den individuellen Wünschen der Patienten - entsprechend geformt, farbmäßig individuell eingefärbt und angepasst werden.

Während bei jüngeren Patienten der Trend zu weißeren Zähnen zunimmt, benötigt der Zahnersatz älterer Menschen oft eine deutliche Charakterisierung, um sich angenehm und störungsfrei in das ästhetische Gesamtbild des erwachsenen Menschen einzufügen.

Diese Kriterien gelten sowohl für den festsitzenden, als auch für den herausnehmbaren Zahnersatz, der auch als kombinierter Zahnersatz bezeichnet wird und in einer  Vielzahl von therapeutischen Varianten seinen Einsatz findet.

In diesem Zusammenhang sind immer individuelle Planungen nötig, die zu Versorgungen mit sog. Klammern, Ankern, Geschieben, Konuskronen, Teleskopkronen und Teilprothesen bis hin zu Totalprothesen führen können.

Ohne Zweifel ist ein festsitzender Zahnersatz mit einem höheren Tragekomfort verbunden als ein herausnehmbarer Zahnersatz, der auch psychisch verarbeitet werden muss.