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Allgemeines zur “Parodontose“

Als Parodont (-ium) wird die funktionelle Einheit des Zahnes mit den umgebenden Geweben, d.h. der Gingiva (Zahnfleisch) dem Desmodont (Haltefasern zwischen Zahn und Knochen), dem Wurzelzement ( Zellen der Wurzeloberfläche) und dem sog. Alveolarknochen (knöchernes Zahnbett) bezeichnet.

Die Erkrankungen des Zahnhalteapparates sind im Volksmund bekannt als Parodontose. Die Zahnmedizin kennt verschiedenste Formen von parodontalen Erkrankungen, die i.d. Regel als Parodontitiden ( Parodontitis ) bezeichnet werden. Sie sind die am weitesten verbreiteten Erkrankungsformen der heutigen Zeit (WHO) und sind nach dem 35. Lebensjahr für mehr als 60% der durchgeführten Zahnentfernungen verantwortlich.

Die häufigsten Formen der Zahnbett-Erkrankungen werden durch Bakterien ausgelöst, die bei jedem gesunden Menschen in der Mundhöhle im Gleichgewicht vorhanden sind (mehr als 300 Arten!). (Ausgenommen degenerative, hormonale Formen, Tumoren etc.). Ein Ungleichgewicht zwischen körpereigener Abwehr (Immunsystem) und Bakterienzahl ( Zahnbelag = Plaque) ist meist der Anfang einer Entzündung am Zahnhalteapparat. Sie beginnt am Zahnfleischrand mit den typischen Symptomen (Rötung, Schwellung, Blutung = Gingivitis) und setzt sich danach zunehmend über die Zahnfleischtasche (zwischen Zahn und Knochen) fort. Im weiteren Verlauf wird diese in Verbindung mit einem Abbau des umgebenden Knochens tiefer, der Zahn wird locker und muß dann evtl. entfernt werden.

Ziel der Parodontalbehandlung ist einerseits die Verhütung von Zahnverlust, Knochenverlust und Entzündungen, andererseits die Regeneration von verlorengegangenem körpereigenen Gewebe. Der Verlauf einer PA-Behandlung sieht folgende Schritte vor: Eingangsuntersuchung mit Röntgenaufnahmen, Situationsmodellen, Aufklärung, Mundhygiene - Instruktion, Motivation des Patienten und Beseitigung der primären Reizfaktoren (Zahnstein etc.) Befunddokumentation, Diagnose, (Erkrankungsindex erfassen). Im Rahmen der sog. initialen Behandlung erfolgt zuerst eine gründliche Reinigung aller sichtbaren Zahnflächen, die Herstellung der Hygienefähigkeit, sowie eine Anleitung und Motivation des Patienten. Nach ca. 4 - 6 Wochen sollte eine Neubewertung des Krankheitsbildes erfolgen, um die weitere Therapie festzulegen; entweder weiterhin konservatives Vorgehen mit gezielter exzessiver Hygienephase und regelmäßiger Kürettage (scaling / rootplaning) oder Entscheidung für ein chirurgisches Eingreifen ( d.h. entweder Taschenreduzierung, Verbreiterung der Gingiva, Knochenkonturierung, Knochenaufbau, Teilung oder Amputation von Zähnen / Zahnwurzeln, Implantation, etc.).

Da es sich hier um entzündliche Infektionen handelt, sind trotz korrekter Behandlung Rezidive nicht auszuschließen. Der Erfolg hängt weitgehend von einer konsequent durchgeführten Erhaltungstherapie ab, die der Patient seinerseits bereit und in der Lage sein muss, zwingend einzuhalten. Bei der sog. rasch fortschreitenden Form ist die Prognose negativ. Parodontose ist nicht heilbar, aber beherrschbar !