Parodontitis und Karies - die Hauptgründe für Zahnverlust
Zahnerhalt im Alter große Herausforderung
Karies und Parodontitis sind nach wie vor die Hauptgründe für den Verlust von Zähnen bei Erwachsenen. Dies ergab eine Stichprobenuntersuchung auf Basis von 12.000 Beobachtungsfällen bei 600 Zahnärzten, die das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Kooperation mit der Zahnklinik Jena veröffentlicht hat.
Auch wenn die Zahl der jährlichen Extraktionen insgesamt deutlich zurückgegangen ist, so bleiben in 29,7 Prozent der Fälle Karies und in 28,5 Prozent der Fälle eine Parodontitis ursächlich dafür verantwortlich, dass der Zahnarzt schließlich einen Zahn ziehen muss. Mit zunehmendem Lebensalter ist Parodontitis dann der Hauptgrund für Zahnverlust: Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt.
Der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, schlussfolgert aus der Studie: „Die Zahnverluste häufen sich im höheren Lebensalter und haben besondere, altersassoziierte Ursachen. Das zeigt, dass wir im Zuge der demografischen Veränderungen mehr Augenmerk auf die Alterszahnmedizin und die Versorgung älterer Menschen legen müssen. Unser Ziel ist, bei der Mehrheit der Patienten die eigenen Zähne möglichst vollständig bis ans Lebensende zu erhalten.“
Auch der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich, sieht Handlungsbedarf: „Wir brauchen mehr Prävention und besondere Versorgungsansätze für ältere Patienten, insbesondere für jene, die zur persönlichen Mundhygiene oder zum Gang in die Zahnarztpraxis nicht mehr in der Lage sind. Gleichzeitig muss stärker über Ursachen und Folgen von Parodontalerkrankungen aufgeklärt werden, um Zahnverluste als auch die Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit zukünftig noch besser verhindern zu können.“
Die aktuelle IDZ-Studie „Ursachen des Zahnverlustes in Deutschland“ steht unter www.idz-koeln.de zum Download bereit.
(BZAEK, 27.04.2011)
