Implantologie
Wenn man in der Zahnmedizin von Implantaten spricht, dann sind damit i.d. Regel "künstliche Zahnwurzeln" gemeint. Die meisten Implantate bestehen heute aus Metall (Titan), haben die Form von Schrauben und werden mit dem umgebenden Gewinde im Knochen fixiert. Sie können nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nur in Ausnahmefällen sofort belastet werden und benötigen ca. 3 Monate, bis sie fest mit dem Knochen verwachsen sind. Sie finden zum Ersatz einzelner und mehrerer Zähne Verwendung und ersparen somit den meisten Patienten einen herausnehmbaren Zahnersatz. Auch dem komplett zahnlosen Patienten kann heute zu einem fest sitzenden Zahnersatz verholfen werden, was einen hohen subjektiven persönlichen Komfort und mehr Lebensqualität bedeutet. Wenigstens kann mit dieser Art der implantatgetragenen Versorgung der Sitz einer instabilen Prothese verbessert werden. Voraussetzung ist aber immer, dass ein ausreichendes Knochenangebot vorhanden ist, um die "künstlichen Zahnwurzeln" möglichst langfristig im Kiefer fixieren zu können.
Die Implantation dieser "Metallpfosten" ist seit vielen Jahren weltweit wissenschaftlich anerkannt und gilt als erprobtes und praxisreifes Verfahren mit hohen Erfolgsraten. Je nach Implantatsystem und vorhandener Knochenqualität ist in weltweit angelegten Studien eine Verweildauer (bei besten Verhältnissen) von bis zu 97% nach 10 Jahren nachgewiesen worden.
Die moderne Zahnmedizin ist heute auch in der Lage, verloren gegangene, bzw. fehlende Knochensubstanz bedingt wieder zu regenerieren oder aufzubauen, um bei schlechten anatomischen Verhältnissen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implantation zu schaffen. Vieles ist durch neue Technologien möglich geworden, aber Wunder kann die Zahnheilkunde dennoch nicht vollbringen, denn es handelt sich - nach wie vor - um einen Zahn-Ersatz. Kein Mensch mit einem künstlichen Auge erwartet, damit besser sehen zu können, und so kann auch ein künstlicher Zahnersatz nicht besser sein als natürliche, gesunde Zähne. Dennoch: Zahnverlust ist kein Schicksal, und ein fest sitzender Zahnersatz bis ans Ende des Lebens ist durchaus realistisch geworden.
Eine der wesentlichen Indikationen für dentale Implantate ist dort zu sehen, wo natürliche eigene Zahnsubstanz geschont, bzw. erhalten werden kann. Im vorliegenden Fall (siehe in der Flash-Version unter "Implantologie") fehlt ein oberer Schneidezahn, der dem 24-jährigen Patienten als Folge einer Fraktur im Rahmen eines Fahrrad Unfalls zuvor entfernt worden war. Um das Beschleifen der gesunden Nachbarzähne zu vermeiden und die sonst erforderliche Brücke zu umgehen, wurde ein einzelnes Implantat gesetzt. Hier sehen Sie den Zustand nach dem Einsetzen einer Abformhilfe, mit der später der neue Zahn hergestellt wird.
Dieser 36-jährige Patient hatte drei fehlende Zähne und ein weitgehend kariesfreies Gebiss (bis auf zwei kleine Stellen), als er zum ersten Mal unsere Praxis aufsuchte. Die Gründe für die Entfernung der fehlenden Zähne konnten nicht mehr genau nachvollzogen werden. Der Patient konnte sich an Wurzelspitzenentzündungen erinnern, die zur Extraktion geführt hatten. Obwohl grundsätzlich der Oberkiefer im Seitenzahnbereich nicht die idealsten Knochenverhältnisse aufweist, konnten wir ihm im Jahr 1988 drei Implantate inserieren, die bei seiner guten Mundhygiene noch heute ihre volle Funktion tun.
Zahnärztliche Implantate sind u.a. dazu geeignet, dem Patienten einen herausnehmbaren Zahnersatz zu ersparen, nach dem Motto "Kukident - nein danke". Bei dem vorliegenden Labormodell kann man erkennen, dass dem Patienten auf der einen Seite ein einzelnes Implantat gesetzt worden ist, während auf der Gegenseite drei Pfosten vorhanden sind. Ohne diese drei künstlichen Pfeiler hätte der Patient eine abnehmbare Prothese benötigt, die er seit dem Zahnverlust bisher nicht akzeptieren konnte. Wir konnten ihm einen festsitzenden Zahnersatz eingliedern, der bis heute seit 1991 ohne Beschwerden funktioniert.
