Wirksamkeit der Fluoride zur Kariesprophylaxe
Es bestehen immer noch Unklarheiten im Zusammenhang mit den Informationen zur Verwendung von „Fluor“ im Rahmen der zahnärztlichen Prophylaxe. Die Gründe sind primär begründet durch ein „Halbwissen“ oder Unwissen zu einem Themenkomplex, der in der Zahnheilkunde eindeutig geklärt ist.
Wenn man davon spricht, dass Fluor giftig ist, dann ist das richtig, aber wir haben es hier nicht mit Fluor, sondern mit Fluorid zu tun - ein ganz wesentlicher Unterschied! Auch Chlor ist z.B. ein Gift, aber Chlorid ist normales Speisesalz. Also, Fluorid (im Gegensatz zu Fluor!) ist natürlicher Bestandteil unserer Nahrung! Für den menschlichen Stoffwechsel reicht die übliche Fluoridaufnahme über die Nahrungsmittel und das Trinkwasser aus, jedoch nicht für eine wirksame Kariesprophylaxe.
Dem Fluorid wird nicht nur eine große Bedeutung für das Wachstum und den Zahndurchbruch zugesprochen, sondern es spielt auch eine große Rolle für die Härte und die chemische Widerstandsfähigkeit von Knochen und Zähnen - daher hat es in der Kariesprävention als entscheidender Faktor den wesentlichsten Anteil. Fluorid ist in der Lage, die bakterielle Besiedelung des Zahnes durch oberflächenaktive Wirkung zu hemmen und fördert zusätzlich auch wieder die Remineralisation des Zahnschmelzes, wenn dieser durch die Säureeinwirkungen demineralisiert wird. Die Zufuhr von Fluorid in gezielten Mengen, wie sie für die Kariesprophylaxe notwendig sind, hat keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen - Fluorid gehört zu den beim Menschen am besten untersuchten Mineralstoffen.
Eine „Überfluoridierung“ ist möglich, führt dann jedoch lediglich zu einer Dentalfluorose. Diese Dentalfluorose, als weiße Flecken auf den Zähnen zu erkennen, ist ein ausschließlich kosmetisches Problem. Um auch diese relativ harmlose Nebenwirkung ausschließen zu können, sollte man bei der Fluoridaufnahme folgende Dosierungen pro Tag nicht überschreiten (Empfehlung zur Gesamtzufuhr nach DGE - Deutsche Gesellschaft für Ernährung):
| Alter | Angemessene Fluoridgesamtzufuhr
|
Praktische Umsetzung in Abhängigkeit vom |
|||||
Trinkwasserfluorid mg/l |
|||||||
| < 0,3 | 0,3–0,7 | > 0,7 | |||||
| m | w | Fluorid- speise- salz7 |
Tabletten (mg) |
Fluorid- speise- salz |
Tabletten (mg) |
− |
|
| Säuglinge | |||||||
| 0 bis unter 4 Monate | 0,25 | Tabl.0,25 | 0,25 | + | 0 | − | |
| 4 bis unter 12 Monate | 0,5 | Tabl.0,25 | 0,25 | + | 0 | − | |
| Kinder | |||||||
| 1 bis unter 4 Jahre | 0,7 | Tabl.0,25 | 0,25 | + | 0 | − | |
| 4 bis unter 7 Jahre | 1,1 | + | 0,5 | + | 0,25 | − | |
| 7 bis unter 10 Jahre | 1,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − | |
| 10 bis unter 13 Jahre | 2,0 | + | 1,0 | + | 0,5 | − | |
| 13 bis unter 15 Jahre | 3,2 | 2,9 | + | 1,0 | + | 0,5 | − |
| Jugendliche und Erwachsene | |||||||
| 15 bis unter 19 Jahre | 3,2 | 2,9 | + | 1,0 | + | 0,5 | − |
| 19 bis unter 25 Jahre | 3,8 | 3,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − |
| 25 bis unter 51 Jahre | 3,8 | 3,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − |
| 51 bis unter 65 Jahre | 3,8 | 3,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − |
| 65 Jahre und älter | 3,8 | 3,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − |
| Schwangere | 3,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − | |
| Stillende | 3,1 | + | 1,0 | + | 0,5 | − | |
Stand: März 2011
